Von Hans-Joachim Redzimski
Die Landesmeisterschaft in der Altersklasse 65 im Golfclub am Donnersberg erlebte am Sonntag (9. August) ein Herzschlagfinale. Manfred Rödel und Jörn Kaminke lagen nach zwei Runden mit 165 Schlägen gleichauf. Manfred Rödel vom Golfclub Edelstein-Hunsrück hatte am Samstag eine 80er und am Sonntag eine 85er Runde gespielt. Jörn Kaminke vom Golfclub Barbarossa hatte nach 82 Schlägen am Tag zuvor 83 Schläge am Sonntag für die 18 Loch gebraucht. Gleichstand! Stechen!
Manfred Rödel musste zum Stechen an Bahn 9 sprichwörtlich erst getragen werden. Der 71-Jährige, in der Golfszene bekannt wie ein bunter Hund, hatte eigentlich nicht mehr die Lust und die Kraft, um mit seinem Konkurrenten die Landesmeisterschaft im Stechen (Sudden Death) auszuspielen. Die Runde bei drückender Hitze hatte ihn sichtlich geschlaucht. Einiges an Überzeugungskraft war notwendig, bis er brummig mit seinem Trolley noch einmal die Bahn 9 ansteuerte.
Das Glück sollte den Edelstein-Hunsrücker an der Bahn 9 indes begleiten. Den Abschlag setzte er zwar links am Hang ins Semirough, den anschließenden Chip mit einem Sandwedge über knapp 25 Meter verwandelte er allerdings direkt ins Loch. Birdie! Sein nach einem etwas zu langen Abschlag guter zweiter Ball relativ nah an die Fahne half Jörn Kaminke nichts mehr. Er musste sich geschlagen geben und mit Platz zwei in der Gesamtwertung zufrieden sein.
Dritter in der Konkurrenz wurde Richard Sevenich vom Golfclub Cochen Mosel mit 166 Schlägen (82, 84). Vorjahressieger Peter Kober vom Golf Club Wiesensee belegte mit 176 (89, 87) den achten Platz im Gesamtergebnis. Der beste Donnersberger, Michael Tschoepke, landete im 23-köpfigen Feld mit kumulierten 169 Schlägen (84, 85) auf dem fünften Platz.
In der Altersklasse 30 der Herren machte Bernhard Wenz vom Golfclub Nahetal das Rennen mit 156 Schlägen (75, 81). Der neue Landesmeister, der seine Freude über diesen Titel nicht verbarg, knüpfte damit an die erfolgreiche Zeit seines Vaters Jochen Wenz an. Vorjahressieger Jordan Campbell vom Golfclub Trier musste sich mit 158 Schlägen (82, 76) mit dem zweiten Platz begnügen. Dritter bei 19 Teilnehmern wurde Giuseppe Marullo vom Golfclub Katharinenhof mit 163 Schlägen (84, 79).
Die Damen-Konkurrenz in der Altersklasse 30 wurde zum Triumph für den Golfclub Trier, der die ersten drei Plätze für sich verbuchte. Virginia Strelen mit 167 Schlägen (82, 85) gewann die Meisterschaft klar, gefolgt von Ilka Zietzschmann mit 176 Schlägen (92, 84) und Corinna Goldkuhle ebenfalls mit 176 Schlägen (87, 89). Vera Sprengart vom Golfclub am Donnersberg kam auf 194 Schläge (92, 102). Sie trug mit ihrer Teilnahme mit dazu bei, dass die Meisterschaft mit der erforderlichen Mindestanzahl von neun Golferinnen überhaupt stattfinden konnte.
Der Vizepräsident im Landesgolfverband Rheinland-Pfalz/Saarland, Christoph Ringling, nahm die Siegerehrung vor. Er dankte dem Golfclub am Donnersberg dafür, dass die zweitägigen Landesmeisterschaften auf seiner Anlage über die Bühne gehen konnten. Die Ergebnisse seien trotz der trockenen Platzverhältnisse im Großen und Ganzen in Ordnung gewesen. Die Grüns seien in gutem Zustand gewesen; es seien für die Meisterschaften bewusst schwere Fahnenpositionen gewählt worden. Ringling beklagte das geringe Echo auf die Landesmeisterschaften, trotz einer zentralen Lage des Golfclubs am Donnersberg.

